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kicker.de

Montag, 6. Oktober 2008

"Ich finde, Silvia Neid hat ein richtiges Fernsehgesicht."

In einem Interview mit dem kicker sprach DFB Präsident Theo Zwanziger über die Situation in der Nationalmannschaft. Mit dem Blick auf 2011 sprach er über die Umbrüche im Team und die Kritik an Silvia Neid nach Olympia.


Zwanziger ließ dabei seine unterstützende Haltung gegenüber dem Frauenfußball nicht in Zweifel kommen. Er konklusierte das Jahr 2008 als ein erfolgreiches für die Nationalmannschaft. Trotz verpasstem Ziel in China bei der Olympiade sei sowohl Bronze ein Erfolg, als auch die Qualifikation für die EM 2009. Als Grund für die schwachen Phasen des Teams nannte Zwanziger die Umbrüche, insbesondere der Rücktritt einiger Leistungsträgerinnen und das Nachrücken junger Talente.

Zwischen den Zeilen klang aber auch immer wieder an, dass die WM 2011 in Deutschland für den DFB höchste Priorität hat. Um auf dieses Ziel hinzuarbeiten, könnten auch Erfolge in näherer Zukunft ausgelassen werden. Dass es bei der WM 2011 nicht rein um sportliche Herausforderungen geht ist klar. Es geht ähnlich stark um die Repräsentation des Frauenfußballs, des DFBs und die Stärkung des wachsenden Sponsorings. "Alles ist auf 2011 ausgerichtet", wie Zwanziger sagt. Das betrifft neben der Arbeit in der Nationalmannschaft wohl auch die des Marketings und des Lobbyismus.

Im Nachgeschmack unglücklich waren auch Zwanzigers Äußerungen zu Silvia Neid. In den Wochen nach der Olympiade wurde heftig um die Bundestrainerin diskutiert. Der DFB weiß anscheinend noch nicht so recht, wie mit der Kritik umgegangen werden muss. Zwanzigers Weg auf die Äußerlichkeiten Neids ein Loblied zu singen und gleichzeitig durchscheinen zu lassen, dass Neid auf ihren Erfahrungen mit Journalisten durchweg mit einem negativen Gefühl blickt, führt vielleicht nicht in erster Linie zu einer Stärkung des öffentlichen Diskurses. Vielmehr scheint selbst der Präsident den veralteten Muster zum Opfer zu fallen.
Und ob es so dankenswert ist, nach einer eventuellen Pleite bei der WM 2011 noch den Ausklang der Karriere mit einer "Gnadenbrot"-EM 2013 zu vollbringen... Vertrauen und Sicherheit sind wichtig. Aber es ist auch schön, wenn die Begriffe nicht nur im Zusammenhang mit potentiellem Scheitern verwendet werden.

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