Die einstige Macht im Frauenfußball ist schon wieder geschlagen. Und wie! Der FCR Duisburg brachte dem FFC Frankfurt mit einem 5:0 eine ordentliche Klatsche ein. Und das, obwohl sich die Frankfurterinnen eigentlich für die schmerzhaften Niederlagen im Viertelfinale des Uefa-Cup revanchieren wollten.
Chancenlos versuchten die Frankfurterinnen das Spiel über die 90 Minuten zu bringen. Dabei ging es nur noch um Schadensbegrenzung. Duisburg dagegen spielte richtig auf, zeigte schönen und überlegenen Fußball, geführt von Leistungsträgerin Annike Krahn, die auch den ersten Treffer in der 13. Minute erzielte. Dass Frankfurt in der Tabelle trotzdem noch auf Platz drei und einen Platz vor Duisburg steht, spiegelt das Kräfteverhältnis in keinster Weise wieder. Zurecht bemerkte Frankfurts Trainer Günter Wegmann über die aktuelle Form seines Teams, dass es bis zur Winterpause nur noch darum gehe, die Spiele so gut wie möglich über die Runden zu bringen. Dabei verwies er auch wieder auf die Personalschwäche seines Teams, durch viele Verletzungen. In seinem Kommentar zum Spielverlauf versuchte er trotzdem die Überlegenheit der Duisburgerinnen auf kurze Zeitfenster im Spiel zu projizieren.
Wegmann sprach aber auch ehrlicher Weise von einer Krise, Manager Dietrich von einem tiefen Tal, in dem sich die Mannschaft zur Zeit befinde. Ausdruck findet die Lage auch in der Situation um Birgit Prinz, die nach einem groben Frustfoul an Annike Krahn von den heimischen Fans augebuht wurde. Eine Szenerie, in der man sich die mehrfache Weltfußballerin schwer vorstellen kann. Ein klares Zeichen von Formschwäche, die man dem gesamten Team diagnostizieren kann.
Das Spiel zeigt klar, dass der FFC seinen Platz an der Spitze des deutschen Frauenfußballs hergeben muss, nicht nur Duisburg, auch Potsdam und die Überflieger der Saison aus München können sich durchaus mit den Frankfurterinnen messen. Wie damals der FSV Frankfurt seine Vorherrschaft an den FFC Frankfurt abgeben musste, findet wieder eine Kräfteverlagerung in der Bundesliga statt. Hoffen wir, dass es anders als im Fall des FSV Frankfurts nicht zu einem Zusammenbruch und darauf folgend zu einer Auflösung eines Traditionsvereins kommt, sondern endlich in Sicht ist, was die Fans sich schon lange wünschen: Ein ausgewogenes Kräfteverhältnis in der ersten Liga, innerhalb dessen es lange spannend bleibt, wer die oberen Plätze besetzt und auch die Absteiger nicht schon lange feststehen.
FrauenFußballCommunity
Montag, 24. November 2008
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1 Kommentar:
Obwohl ich Birgit Prinz natürlich einen rühmlicheren Abgang wünsche, als frustfoulend hinter ihren Gegnerinnen herzulaufen, halte ich den Sturz des 1. FFC Frankfurt für das einzig Gute, was dem deutschen Frauenfußball passieren konnte. Ein gutes Konkurrenzverhältnis in der Liga ist das einzig richtige, was in Hinblick auf die Weltmeisterschaft im eigenen Land passieren konnte. Man darf ja nicht vergessen, dass viele jungen, talentierte Spielerinnen immer noch wenig Möglichkeiten außerhalb ihres Wohnradius haben, da auch Vereine wie der FFC nicht in der Lage sind, schon frühzeitig "einzukaufen". Daher wird eine breite Konkurrenz in der Liga auch zu einer Verbesserung der Ausbilderungsituation junger Spielerinnen führen. Dazu kommt natürlich die größere Spannung für ZUschauerInnen. Und, last but not least, auch die Tatsache, dass Frankfurt als Verein der Urgesteine nun zum ersten Mal seit langer Zeit gezwungen ist, für mehr Lebendigkeit auf dem Transfernmarkt zu sorgen. Ariane Hingst hat just einen Vertrag bis 2011 unterschrieben und auch Nadze soll unterwegs ins Frankfurterische Tor sein - was auch mal wieder ein Grund sein könnte, dem Stadion am Brentanobad einen Besuch abzustatten.
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