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Donnerstag, 14. August 2008

Vor dem Spiel gegen Schweden: Missverständnisse beheben

Vor dem Viertelfinale des Olympischen Turniers gegen Schweden klingt bei den deutschen Spielerinnen und auch bei Bundestrainerin Sylvia Neid eine Mischung aus Selbstkritik und optimistischem Ausblick durch. Klar ist allen: die bisherige Leistung war zu wenig, gegen Schweden muss sich etwas verändern.

"Es gab viele, viele Missverständnisse - das muss sich ändern.", präzisiert Lingor das deutsche Spiel. Auch Sylvia Neid fasst zusammen: "Es war kein schönes Spiel von unserer Seite, am Ende zählt das Ergebnis." Gegen Schweden muss die Mannschaft jetzt zeigen, dass die "Operation Gold" ein ernstgemeintes Vorhaben ist. Eine leichte Aufgabe wird das nicht, doch auch Schweden ist durch viele Verletzungen angeschlagen. Mit Nadine Angerer und Ariane Hingst gibt es außerdem zwei Spielerinnen im deutschen Team, die in Schweden unter Vertrag stehen und damit aus einem direkten Bezug Einschätzungen abgeben können.

"Am Ende zählt das Ergebnis" kann diesmal nicht die Konklusion sein. Unter dem Druck jetzt die entsprechende Leistung zu zeigen wird vorrangig die Personalentscheidung interessant. Sylvia Neid zählte bislang auf Erfahrung, indem sie den Stammspielerinnen der Nationalmannschaft den Vortritt ließ. In der Startelf gab es bislang keine Veränderungen und nur zögerlich wurden Wechsel von jungen Spielerinnen vollzogen. Wie effektiv diese Wechsel sein können zeigte jedoch insbesondere Anja Mittag mit ihrem Siegtreffer. Vor kurzem noch kritisierte Sylvia Neid die Belastung für die Spielerinnen durch die Struktur des Turniers. Von einer Entlastung durch die Rotation in der Aufstellung nimmt sie aber auch Abstand.

Dabei gibt es gerade in der Offensive und auf den Flügeln, die bisher wenig Effektivität zeigten, durchaus diskutierenswerte Alternativen. Conny Pohlers hatte sich in der letzten Bundesligasaison immer wieder durch erstklassiges Offensivspiel mit einer hohen Erfolgsquote ausgezeichnet und die bisher aufgestellte Sandra Smisek konnte sich bei Olympia noch nicht auszeichnen. Die Außenflanken, besetzt durch Kerstin Garefrekes und Melanie Behringer, leiteten nur wenig effektive Angriffe ein, dagegen zeichneten sich Bajramaj und Mittag durch mutiges Angriffsspiel aus.

Spannend wird die Frage, wie sich Sylvia Neid entscheidet und welches Ergebnis am Ende steht. Bisher war die Bundestrainerin eher zurückhaltend mit ihren Äußerungen zur Aufstellung. Sollte Morgen gegen Schweden die deutsche Mannschaft scheitern, wird sie sich der Kritik stellen müssen.

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